Advanced Stats Update: Die wichtigsten Erkenntnisse nach dem ersten Viertel der Saison

Advanced Stats Update: Die wichtigsten Erkenntnisse nach dem ersten Viertel der Saison

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  • Beitrag veröffentlicht:1. Dezember 2020
  • Lesedauer:5 min Lesezeit

Die letzten Spiele der HBL im November sind absolviert. Damit liegt rund ein Viertel der Saison 2020/21 bereits hinter uns. Dies bedeutet, dass die Zahlen mittlerweile einen aussagekräftigen Blick auf die Liga ermöglichen. Grund genug auf die interessantesten Entwicklungen der Liga anhand einiger der bereits in diesem Blog vorgestellten „Advanced Stats“ zu blicken.

Der Fokus liegt dabei besonders auf den folgenden „Advanced Stats“:

Der Kampf um den Titel

Die Offensive des THW Kiel ist auch in der aktuellen Saison wieder absolut überragend. In der vergangenen Saison hatten sie mit einem Offensive Rating von 30,9 bereits die beste Offensive der letzten drei Jahre. Aktuell steht ihr Offensive Rating sogar bei 31,6. Und das obwohl mit Nikola Bilyk der Spieler mit den meisten Feldtoren pro Spiel in der vergangenen Saison fehlt (3,5) und Star-Neuzugang Sander Sagosen noch Probleme hatte. Seine Wurfquote liegt mittlerweile immerhin bei 51,7 %. Defensiv sind die Zebras allerdings noch nicht auf dem absoluten Top-Niveau angekommen. Nachdem sie in der vergangenen Saison auch die beste Abwehr hatten, sind sie momentan nur auf Platz sieben. (26,3) Beim Net Rating (5,3) reicht es deshalb auch nur knapp für Platz zwei. Wobei der Wert an sich sogar leicht besser als im Vorjahr ist (5,2).

Ganz knapp bessere Zahlen als der THW Kiel haben die Rhein-Neckar Löwen. Die drittbeste Offensive (29,2 ORTG) und die zweitbeste Defensive (23,6 DRTG) sorgen für das beste Net Rating der Liga (5,6).

Beim dritten Top-Team, der SG Flensburg-Handewitt sind die Zahlen ähnlich wie beim THW Kiel. Sie stellen die zweitbeste Offensive der Liga (30,4 ORTG), die Defensive ist jedoch nur auf Platz sechs (26,1 DRTG). Im Gegensatz zu Kiel (53,0 Pace, Platz 6) setzen sie jedoch weiterhin auf ein langsameres Tempo (49,4, Platz 17).

Der Abstiegskampf

Wie immer am langsamsten Spielen die Eulen Ludwigshafen. Die Pace von 49,0 liegt allerdings deutlich über Vorjahr (45,8). Ben Matschkes Taktik besteht weiterhin darin das Spiel durch viele Stoppfouls in der Defensive sowie möglichst gut vorbereitete Angriffe langsam zu machen. Die Defensive steht bei den Eulen auch einigermaßen ordentlich. Das Defensive Rating von 27,4 bedeutet Platz 15. Im Angriff läuft es jedoch noch nicht. Dort belegen Sie nur Platz 19 (23,7 ORTG) und sind damit noch schwächer als im Vorjahr. Besonders das katastrophale Spiel gegen Wetzlar, wo sie gerade mal 11 Tore (12,0 Tore pro 50 Angriffe) erzielten springt da natürlich sofort ins Gedächtnis.

Schlusslicht ist aktuell die HSC 2000 Coburg. Nach TUSEM Essen spielen sie zwar am zweischnellsten (53,0 Pace), auch schneller als alle anderen Teams in letzten Jahren. Das liegt aber nicht an ihrer eigenen Spielgeschwindigkeit, sondern auch daran, dass ihre Gegner gegen sie relativ einfach und schnell gute Abschlussmöglichkeiten herausspielen. Denn sie stellen die zweitschwächste Defensive der Liga (29,2 Platz 19). Im Angriff sind sie jedoch noch schwächer. Ein so schwaches Offensive Rating (22,7, Platz 20) hatte in den letzten drei Spielzeiten kein anderes Team. Die Franken müssen einiges ändern, wenn sie den Klassenerhalt schaffen wollen.

Defensiv noch schwächer ist der HBW Balingen-Weilstetten. Wie in der vergangenen Saison haben sie defensiv große Probleme. Das Defensive Rating von 29,3 ist das schlechteste der Liga. Offensiv sind sie – ebenfalls analog zum Vorjahr – weiterhin gut. Das Offensive Rating von 26,9 bedeutet Platz 11 und ist sogar leicht besser als der Durchschnitt der Liga. Beim Net Rating reicht es insgesamt nur für Platz 15 (-2,3). Interessant ist auch, dass sie letzte Saison noch die drittschnellste Pace (50,5) aufwiesen, jetzt allerdings das drittlangsamste Team sind (49,2 Pace).

Die interessantesten Teams aus dem Mittelfeld

Ähnlich wie in Balingen – wenn auch auf höherem Niveau – ist die Situation der HSG Wetzlar. Einem wirklich guten Angriff (28,0 ORTG, Platz 5) steht eine schwächelnde Abwehr gegenüber (28,0 DRTG, Platz 13). Dies sorgt dafür, dass sie mittlerweile in der Tabelle nur noch auf Platz zehn stehen und auch beim Net Rating nur auf Platz neun (1,0).

Es gibt jedoch auch Teams bei denen im Angriff deutliche Probleme gibt, während die Verteidigung sehr gut steht. Dies sind besonders der SC DHfK Leipzig und der TBV Lemgo Lippe. Leipzig stellt aktuell sogar die beste Verteidigung der Liga (23,5 DRTG), ist beim Angriff jedoch lediglich auf Platz 15 (25,0 ORTG). Lemgos Defensive ist auf Platz drei (25,7), im Angriff hingegen nur auf Platz 14 (25,3 ORTG).

Während der SC Magdeburg in der Tabelle momentan nur Platz 12 belegt, sind sie laut der Zahlen deutlich besser. Die Offensive von Bennet Wiegerts Team liegt mit einem Offensive Rating von 27,5 auf Platz 6 und ist nur minimal schwächer als im Vorjahr. Die Verteidigung ist praktisch auf einem Niveau mit dem Vorjahr (25,9 DRTG, Platz 5). Insgesamt macht dies das sechstbeste Net Rating der Liga (1,5). Die Magdeburger sind also eigentlich besser, als es die Tabelle momentan darstellt.

Das Gegenstück dazu ist der TVB Stuttgart. Die Schwaben sind zwar in der Tabelle auf Platz vier, haben dort aber den Vorteil, dass sie bereits zehn Spiele absolviert haben. Nach dem Net Rating (0,9) sind sie nur das zehntbeste Team der Liga. Auf diesem Niveau befinden sich auch ihr Angriff (27,5 ORTG, Platz 9) und ihre Abwehr (26,5 DRTG, Platz 11).

Die Zahlen im Überblick

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